



Die zweitkleinste von sieben Kanarischen Hauptinseln ist La Gomera. Kleiner ist nur noch El Hierro. Die Inselhauptstadt San Sebastián de la Gomera ist das Wirtschafts- und Tourismuszentrum La Gomeras. Der Hafen der Stadt hat ein hohes Schiffsaufkommen und dient der Insel als wichtiger Handelsplatz. Auch gibt es Fährverbindungen zu den kanarischen Nachbarn auf La Palma, El Hierro und Teneriffa.
La Gomera ist zwar ein kleines Urlaubsparadies als Teneriffa, Gran Canaria oder Lanzarote, hat aber dennoch so einiges in petto. Man sagt hier stünde der größte Lorbeerwald der Welt, der noch vollkommen naturbelassen ist. Er befindet sich im Garajonay-Nationalpark der Insel, der zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört. Der Garajonay ist der höchste Berg der Insel und des Parks. Der Gipfel des Garajonay misst 1487 Meter Höhe. Landschaftlich reizvoller sind natürlich die vielen Farne und Lorbeerhaine im nördlichen Teil der Insel. Dort wird man ab Höhenlagen um die 500 Meter nur in grüne Weiten blicken. Der südliche Teil der Insel ist fast niederschlagsfrei, so dass es um die Pflanzenwelt hier sehr karg bestellt ist.
Auch La Gomera ist keine touristisch stark besiedelte Insel der Kanaren. Vielleicht kann man sie deshalb noch als echten Geheimtipp des Inselarchipels bezeichnen. Natur pur ist auch hier das Motto. Für Interessierte gibt es ein genügendes Angebot an Unterkünften auf der Insel. Vom Flair der naturbelassenen, beinah stillen Insel wird man begeistert sein, wenn man den hektischen Alltag einmal ganz vergessen möchte. Die Insel weist zudem viele Spuren der einstigen vulkanischen Aktivitäten auf und bietet sich für Exkursionen aller Art an. Dabei profitiert man vom milden Klima der Kanaren und kann auf den warmen Winterpelz verzichten und sich über die Weihnachtstage auf La Gomera zum Beispiel ein kuscheliges Weihnachtsnest so ganz ohne Geschenkestress einrichten.
Auch im Sommer kann man das Naturparadies erkunden, das nur von der grünen Insel La Palma noch übertroffen wird. Dabei bleibt abzuwarten inwiefern der Tourismus auch auf La Gomera Einzug hält mit den Jahren. Bisher kann man sich hier in die kanarische Welt vollends träumen. An den Stränden der vergleichsweise kleinen Insel, ist der Badespaß garantiert. Findet man den richtigen Urlaubsort, könnte es sogar sein, dass man die ganze Badebucht für sich allein hat. Eine solche Zweisamkeit würden sicher Paare auf Hochzeitsreise oder kleine Familien lieben. Aber Pst! - das soll doch ein Geheimtipp bleiben!
Während der Norden La Gomeras den Passatwinden sein gemäßigtes Klima mit milden Temperaturen um die 20°C verdankt, kämpft der Süden der Insel mit der Trockenheit. Die Anbaugebiete befinden sich daher auch eher im nördlichen Teil der Insel, wo sich auch die meisten Inselbewohner angesiedelt haben. An den Küsten kann man das ganze Jahr über im Atlantik die Seele baumeln lassen und sich ein wenig erfrischen. Selbst um die Weihnachtszeit ist das Schwimmen im Atlantischen Ozean nicht ausgeschlossen. Die Wassertemperaturen erreichen je nach Wetterlage noch bis zu 17°C.
Der Weinanbau hat auch La Gomera erreicht. Zudem gedeihen Tomaten und Kartoffeln mit ein wenig Geschick ganz gut. Dabei schätzt man die Regenfälle, die an den Schrägen der Berge das Wasser für die Versorgung in Landwirtschaft und Alltag auffangen. In den Höhen des nördlichen Gebirgszuges regnet es öfter, so dass man bei Wandertouren gut ausgerüstet sein sollte. Dadurch entstand auch die reiche Vegetation, die Farne aller Grüntöne beinhaltet.
La Gomera kann man aufgrund der milden Klimabedingungen das ganze Jahr über bereisen. Besonders angenehm ist es im Frühling und Herbst. Aber auch wegen des heißen Sommers in Äquatornähe braucht man sich zumindest im Norden der Insel, wo der Passatwind frische Lüftchen schickt, nicht grämen.
Ruhe und Gelassenheit . diese Werte sind den Inselbewohnern La Gomeras am wichtigsten. Lebensfreude soll den Alltag beherrschen. Aus diesem Grund finden viele Besucher La Gomera eine schöne Alternative zu den lebendigen Urlaubsinseln Teneriffa, Gran Canaria oder Lanzarote. Wenn eines in La Gomera nicht aufkommt, dann ist es Hektik.
Die Gomeros sind auch sehr Heimat verbunden und schätzen das Einfache. Eine echte Besonderheit ist eine alte Pfeifsprache, die nur die Gomeros beherrschen. Sie wird El Silbo genannt und diente vor allem dazu, sich über weite Entfernungen zu verständigen. Diese Tradition bewahren die Inselbewohner nun schon seit mehreren Jahrhunderten. Quellen berichten, dass die einzigartige Pfeifsprache bereits im 15. Jahrhundert aktiv praktiziert wurde. Und El Silbo ist nicht nur dazu da, ein Ja oder Nein durch Berge und Täler zu schicken. Nach Angaben von Forschern soll es möglich sein, mit dem Pfeifen umfangreich zu kommunizieren.
Die Gomeros sind Familienmenschen und verwenden viel Zeit für die Familie. Arbeit ist dabei zweitrangig, die Familie geht stets vor. Gerade mit höherem Touristenaufkommen sehen die Einwohner der Insel wie wichtig es ist, als Familie zusammenzustehen und sind glücklich über den starken Zusammenhalt. Der Anstieg des Besuchervolumens beunruhigt die Gomeros auch noch nicht, denn schließlich kommt es darauf an, was man daraus macht.
Die Spezialitäten der Kanaren findet man auch auf La Gomera. Die inseleigene Küche bringt jedoch noch einige Neuheiten mit. Gern wird Papageienfisch (viejas) gegessen. Die viejas fängt man in Küstennähe und serviert sie gebraten auf einem Salatbett mit papas arrugadas, dem Nationalgericht der Kanarischen Inseln. Die typisch kanarische Mojo-Sauce hinzu (mit Knoblauch) und das Hauptgericht ist perfekt!
Der inseleigene Wein kommt aus der Region Vallehermoso. Dabei kann man zwischen Weiß-, Rosé- oder Rotwein wählen.
La Gomera serviert auch gern Tarta de Vilana, einen zarten Kartoffelkuchen. Als Mitbringsel von der Insel ist Palmhonig in aller Munde. Der aus der Dattelpalme gewonnene Saft wird durch Kochen solange eingedickt, bis er die für Honig typische Konsistenz hat. Am besten man probiert ihn vor Ort und nimmt sich dann ein paar Gläser für die lieben Daheimgebliebenen mit.
Der Palmhonig dient auch der Süßung des Gomerón. Gomerón ist ein Schnaps, der auf Eiswürfeln serviert wird und mit einem Schuss miel de palma (Palmhonig) versüßt wird.
Dies sind nur einige wenige Besonderheiten der kanarischen Küche auf La Gomera, mit denen man sich seinen Aufenthalt rundum lecker gestalten kann. Von deftig herzhaft bis zuckersüß ist sicher für jeden etwas dabei.